Legende UVV



 

Befähigte Personen sind keine Sachverständigen – Abgrenzung der Aufgabengebiete

Die Aufgaben und Befugnisse der befähigten Person unterscheiden sich von denen des Sachverständigen.
An Sachverständige werden wesentlich höhere Anforderungen gestellt. Als Beispiel sei hier der Sachverständige
für die Prüfung von Turmdrehkranen genannt, der von der Berufsgenossenschaft für die jeweilige Kranart
ermächtigt und für das Fachgebiet Baumaschinen bestellt ist. Die Prüfung von Maschinen durch Sachverständige
in genau festgelegten Abständen ist in den jeweiligen Unfallverhütungsvorschriften festgelegt
(z.B. für Krane in der BGV D6). Die befähigte Person kann und darf somit nicht
die Aufgaben des Sachverständigen erfüllen.

Die Prüfung - Prüftermine – wann muss geprüft werden?

Stellten in der Vergangenheit noch die Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaften
die maßgebliche Grundlage für die Prüffristen dar, ist die Situation heute teilweise etwas anders.
Maschinen müssen auch weiterhin durch eine befähigte Person geprüft werden:
– vor der ersten Inbetriebnahme,
 nach größeren Änderungen und Instandsetzungsarbeiten vor der Wiederinbetriebnahme,
– z.B. bei Turmdrehkranen zusätzlich bei jeder Aufstellung und nach jeder Umrüstung,
– bei elektrischen Anlagen und
 Betriebsmitteln nach den Fristen der BGV A3.

Abweichend von den bisherigen Unfallverhütungsvorschriften, die überwiegend eine Prüfung
mindestens einmal jährlich vorschrieben, bei entsprechenden Einsatzbedingungen auch häufiger,
ist heute der Unternehmer/Beauftragte in der Pflicht, Prüffristen festzulegen. Die Betriebssicherheits-
verordnung (BetrSichV) verlangt vom Unternehmer, dass dieser für alle im Unternehmen eingesetzten
Arbeitsmittel eine Gefährdungsbeurteilung erstellt und hierbei auch die Prüffristen und die Prüftiefe festlegt.
Für Maschinen, für die es noch eine gültige UVV gibt, sind die darin enthaltenen Vorgaben (z.B. Prüffristen)
weiterhin bindend (z.B. BGV D6 Krane, BGV D27 Flurförderzeuge oder BGV A3 Elektrische Anlagen und Geräte).
Unter Arbeitsmitteln sind nicht nur kraftbetriebene Maschinen und Geräte zu verstehen, sondern z.B. auch:
– Leitern, Tritte und Gerüste, Schalungen und Verbau, Container.
 
Umfang der Prüfungen

Die regelmäßige Prüfung durch die befähigte Person besteht in erster Linie aus einer Sicht- und
Funktionsprüfung zur Mängelerkennung, die ggf. mit begrenzter Demontage durchgeführt wird.
Sie umfasst z.B. folgende Punkte:

– Überprüfung der Identität der Maschine – prüfe ich auch die richtige Maschine?
– Kontrolle der zur Maschine gehörenden Unterlagen (z.B. Prüfbuch, Betriebs- und Wartungsanleitung,
   letzter Prüfbericht, Gefährdungsbeurteilung).
– Prüfung von Bauteilen und Einrichtungen auf Beschädigung, Verschleiß oder sonstige Veränderungen.
– Prüfung von Vollständigkeit und Funktion von Sicherheitseinrichtungen.
– Nachprüfung, wenn bei der Prüfung festgestellte Mängel abgestellt sind.

Der Prüfumfang richtet sich nach der jeweils zu prüfenden Maschine. Die befähigte Person muss
selber entscheiden, welche Maßnahmen zur Erreichung der erforderlichen Prüftiefe erforderlich sind.

Dokumentation der Prüfungen

Nach Durchführung der Prüfung hat die befähigte Person diese schriftlich mit einem Abnahmeprotokoll
zu dokumentieren. Das Protokoll ist vom Prüfer mit Datum und Unterschrift zu versehen. Er muss
das Prüfprotokoll vom Unternehmer oder einer vom ihm beauftragten Person, z.B. dem Werkstattleiter
oder Bauleiter, unterschreiben lassen. Dies dient dazu, dass festgestellte Mängel vom Unternehmer/
Beauftragten zur Kenntnis genommen werden und behoben werden können. Außerdem dient es der Sicherheit
der befähigten Person als Nachweis, dass die Mängel dokumentiert wurden und der Unternehmer/Beauftragte
davon Kenntnis genommen hat. Die befähigte Person ist für die ordnungsgemäße Durchführung und
Dokumentation der Prüfung verantwortlich, nicht aber für die Beseitigung der Mängel. Dies ist Aufgabe
des Unternehmers, bzw. des von ihm benannten Maschinenverantwortlichen (z.B. MTA- oder Werkstattleiter).
Das Prüfprotokoll ist mindestens bis zur nächsten Prüfung aufzubewahren. Bei Maschinen, für die ein Prüfbuch
geführt werden muss (z.B. Turmdrehkrane), ist das Protokoll dauerhaft dort aufzubewahren. Über das Angebot
an Abnahmeprotokollen und Prüfsiegeln können Sie sich hier informieren.

Prüfung beendet – wie geht es weiter?

Nachdem die befähigte Person objektiv und mit Sachkunde geprüft hat, unterrichtet sie
den Maschinenverantwortlichen über das Ergebnis. Auch wenn sie die Maschine als nicht betriebssicher einstuft,
hat sie nicht das Weisungsrecht, die Reparatur einer Maschine zu veranlassen oder diese gar stillzulegen.
Dies ist allein Aufgabe des Unternehmers. Es liegt allein in dessen Verantwortung, wenn er den Feststellungen
der befähigten Person nicht folgt. Auch die Frist, in der die festgestellten Mängel beseitigt werden sollen, liegt in
der Verantwortung des Betreibers. Die befähigte Person kann hier höchstens Empfehlungen aussprechen.
Daraus resultierende Maschinen- oder gar Personenschäden hat der Betreiber somit voll zu verantworten,
wenn er Mängel nicht behebt, bzw. beheben lässt.

Fazit

Die regelmäßige Prüfung von Maschinen und Geräten gewinnt eine immer höhere sicherheitstechnische
und wirtschaftliche Bedeutung. Der Unternehmer trägt selbstverständlich die Verantwortung für Gesundheit
und Sicherheit seiner Mitarbeiter. Er hat hierfür alle erforderlichen Maßnahmen zu veranlassen, hierzu zählen
auch die Prüfungen der Maschinen und Geräte durch befähigte Personen. Durch diese vorbeugende Maßnahme
werden zwar vordergründig Kosten verursacht, aber langfristig wird durch die frühzeitige Erkennung und Behebung
von Mängeln erreicht, dass – Ausfallzeiten minimiert werden, – Folgeschäden mit höheren Kosten vermieden werden,
– höherem Verschleiß vorgebeugt wird, – Unfälle mit Personen- und Sachschäden vermieden werden, – wirtschaftlich
gearbeitet werden kann.  Nehmen Sie diese Verantwortung nicht auf die leichte Schulter, sondern seien Sie sich
Ihrer Verantwortung bewusst – entweder als Unternehmer, Fachvorgesetzter oder als befähigte Person. Jeder trägt
für seine Aufgaben eine hohe Verantwortung. Steigern Sie also ihre Erfahrung und vermeiden Sie
die gefährliche Routine – zur eigenen Sicherheit und der Sicherheit Ihrer Kollegen.

Gefährdungsbeurteilung und Dokumentation

Grundlage für wirksame Arbeitsschutzmaßnahmen, fehlende oder mangelhafte Sicherheitseinrichtungen,
physikalische, psychologische und chemische Einflussfaktoren sowie zu hohe körperliche Belastung bei der Arbeit
führen immer häufiger zu Unfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Erkrankungen. Neben den gesundheitliche
Risiken der Mitarbeiter, sind Fehlzeiten der Beschäftigten und durch Maschinenausfallzeiten bedingte finanzielle
Belastungen für das Unternehmen die Folge. Ein Ziel des Arbeitgebers muss daher sein, dafür zu sorgen, dass
die Risiken und Gefährdungen für die Beschäftigten möglichst gering gehalten werden. Dies ist die Zielsetzung des
am 21. August 1996 in Kraft getretenen Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG). Danach ist es eine der Grundpflichten
des Arbeitgebers, durch eine Beurteilung der Gefährdungen der Beschäftigten bei der Arbeit zu ermitteln,
welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind. Deshalb ist auch eine Einbeziehung
der Gefährdungsbeurteilung in die Unternehmensstrategie und die Unternehmensführung notwendig.


Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz (Krane-Hebebühnen-Baumaschinen....)

Um eine konsequente Verbesserung im Arbeitsschutz zu erreichen, müssen alle Arbeitgeber nach
dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) eine Gefährdungsbeurteilung durchführen. Dazu sind die Gefährdungen
am Arbeitsplatz bzw. an der Baumaschine zu ermitteln und zu beurteilen sowie die daraus sich
ergebenen Arbeitsschutzmaßnahmen festzulegen und ihre Wirksamkeit zu überprüfen.
Diese Verpflichtung ist unabhängig von der Beschäftigtenzahl.

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